Überlegungen VOR dem Kauf eines (Aussie)Welpen

Warum einen Rassehund?

Alle Welpen, auch die tollsten Mixe sind liebenswerte Wesen, die jedes Herz im Sturm erobern, aber welche Probleme können später auftreten? Rassehunde sind in der Regel durch Untersuchungen der Elterntiere auf HD und Augenkrankheiten u. a. abgesichert. Auch das Wesen und der Charakter der Elterntiere lassen sich absehen (bestenfalls haben diese Gehorsamsprüfungen in unterschiedlicher Art erfolgreich abgelegt).

Die Haltung eines Rassehundes ist keinesfalls kostspieliger als die eines Bastards, der genau soviel Steuern, Haftpflichtversicherung, Impf- und Tierarztkosten verursacht und genau soviel Hunger hat wie der Rassehund. Lediglich der Anschaffungspreis ist höher, was garantiert einen Grund hat - und dieser ist mit Sicherheit nicht der Profit des Züchters! Die oben genannten Untersuchungen, Prüfungen und die dafür nötige Ausbildung haben ihren Preis.

 

Rüde oder Hündin

Aussierüden sind im allgemeinen größer und fellreicher als Hündinnen. Sie markieren ihr Territorium, wie jeder Rüde auch, durch das bekannte „Beinheben".

Hündinnen werden in der Regel alle 6-9 Monate läufig, was gut 3 Wochen Stress und Acht geben für ihr Menschenrudel bedeutet.

Rüden werden zwar nicht läufig, aber sie reagieren auf jede läufige Hündin in ihrer Umgebung, mehr oder weniger, mit Unruhe, Futterverweigerung, Jaulen und Ausreißen. So gesehen können Rüden mehrmals im Jahr „läufig" sein.

Charakterlich besteht kein Unterschied zwischen den Geschlechtern. Es gibt sowohl dominante Rüden, wie auch dominante Hündinnen. Anhängliche und verschmuste Rüden sind ebenso keine Seltenheit wie unabhängige Hündinnen.

Ebenso wie ein guter Hund keine bestimmte Farbe hat, hat er eigentlich auch kein bestimmtes Geschlecht. Sowohl der Aussierüde, als auch die Aussiehündin ist ein lerneifriger, aufgeweckter und anhänglicher Hund, wenn er von seinen Menschen dahingehend gefordert und gefördert wird.

Der beste Zeitpunkt einen Welpen zu sich zu holen liegt zwischen der 8. und 10. Woche. So kann er sich noch in der Sozialisierungsphase (die mit etwa 12-14 Wochen beendet ist) an seine neuen Lebensverhältnisse gewöhnen und sich in sein neues „Rudel" einfügen.

Zeitaufwand/Beschäftigung/Kosten:

Grundsätzlich muss man sich im Klaren sein – nichts wird mehr sein wie vorher!

Sie müssen Ihr Haus und Ihren Garten welpensicher machen, eventuell einen höheren Zaun ziehen.

Sie müssen für Ihren Hund da sein und für ihn täglich 2-3 Stunden aufwenden können.

Sein Arbeitswille und die Energie, die im Aussie stecken, erfordern tägliche Übungen und Aufgaben. Gelangweilt, wird er sich selbst Aufgaben suchen, die nicht unbedingt mit den Vorstellungen der Familie übereinstimmen.

Ein Aussie braucht den ständigen Kontakt mit seinen Menschen. Einen erwachsenen Aussie kann man durchaus 4-5 Stunden allein lassen, wenn anschließend etwas Schönes, für das sich das lange Warten gelohnt hat, passiert. Ein junger Aussie unter 6 Monaten muss beaufsichtigt werden.

Der Australian Shepherd schließt sich sehr eng seiner menschlichen Familie an, wird sein enges Kontaktbedürfnis ignoriert, kann es zu physischen Schäden führen, die Zeit seines Lebens Nachwirkungen zeigen können.

Sie benötigen von Anfang an mehr finanzielle Mittel. Das beginnt mit dem Anschaffungspreis, der je nach Herkunft und Eltern, auch tausend oder mehr Euro sein kann. Die Erstausstattung mit Halsband und Leine, Körbchen/Box mit Decken, Näpfe, Pflegemittel und Spielzeug schlagen zu Buche. Sie müssen hochwertiges Qualitätsfutter kaufen, Hundehalterhaftpflicht und Hundesteuer fallen ebenfalls an. Tierarztkosten sind auch bei einem gesunden Hund mindestens zweimal im Jahr fällig, außerdem ist ein Hund vor Unfällen, Verletzungen und Infektionskrankheiten nicht immer zu bewahren, d. h. Sie müssen eher mit mehr Ausgaben rechnen.

Höchstwahrscheinlich werden Sie auch Ihre Garderobe um einige robuste, wetterfeste Kleidungsstücke erweitern müssen.

 

Hier anklicken zur Kostenaufstellung: 

Eignungstest für zukünftige Hundebesitzer:

  • Soll der Aussie in das Familienleben eingebunden werden?
  • Sind die finanziellen Mittel für die Haltung eines Hundes vorhanden? (Die Anschaffungskosten sind gering zu den laufenden Kosten über Jahre für Qualitätsfutter, Tierarzt, Versicherung, Steuer u. a.)
  • Ist die ganze Familie gewillt das Leben mit einem Hund zu teilen und sich auf ihn einzustellen?
  • Kann dem Hund der enge Kontakt im Zusammenleben mit seinen Menschen gegeben werden, den er braucht?
  • Sind alle Familienmitglieder frei von Allergien?
  • Besteht bei min. einem Familienmitglied kein ganztägiges Arbeitsverhältnis, wohin der Hund nicht mitgenommen werden kann?
  • Ist die Familie bereit, notfalls auch ihre Urlaubsgewohnheiten umzustellen? (So eng wie sich der Aussie an seine Menschen anschließt, kann er nicht einfach in einer Tierpension abgegeben werden.)
  • Haben Sie als zukünftiger Besitzer eines Aussies Spaß an ausgedehnten Ausflügen, Hundesport oder event. Hüteambitionen?
  • Gibt es in erreichbarer Nähe einen Hundesportplatz, der den eigenen Vorstellungen von Ausbildung und Sport entspricht?
  • Besteht die Möglichkeit zu ausgedehnten Hundespaziergängen ohne eine vorherige lange Autofahrt?
  • Sind Sie bereit täglich, bei jedem Wetter, ohne Rücksicht auf Ihre Stimmung Ihrem Hund den nötigen Auslauf und Pflege zukommen zu lassen?
  • Wollen Sie einen Hund mit einer gehörigen Portion Persönlichkeit?
  • Wird wirklich ein so aktiver Hund, ein richtiges Energiebündel gewünscht? Oder würde eine weniger anspruchsvolle Rasse, mit anderem Charakter besser in die Familie passen?
  • Haben Sie ausreichend Zeit zur Beschäftigung mit Ihrem vierbeinigen Lebensgefährten? Ist die tägliche unbedingt nötige halbe Stunde Zeit vorhanden, um mit dem Aussie konzentriert zu trainieren?
  • Ist gewährleistet, dass der junge Aussie unter 6 Monaten jederzeit beaufsichtigt werden kann?
  • Verträgt seine Umgebung ab und an ein oder mehrere meldende/begrüßende „Wuff"?
  • Sind Sauberkeit und ein gepflegtes Heim zwar selbstverständlich aber doch eher nebensächlich?
  • Sind Sie bereit auch in 10-15 Jahren noch das Leben gemeinsam mit Ihrem Aussie zu gestalten?
  • Sind Sie bereit Ihren Aussie auch bei Krankheit zu versorgen, zu betreuen und zu pflegen?
  • Können Sie jederzeit auf ALLE Fragen mit JA antworten?

Sollten Sie eine der Fragen mit NEIN beantwortet haben, überdenken Sie den Hunde(Aussie)kauf noch einmal!

Wo bekommt man einen guten Aussie?

Selbstverständlich nur beim Rassezüchter. Ein guter Züchter lebt mit seinen Hunden im engen Familienkontakt. Händler oder „Vermehrer“, denen es nur darauf ankommt, Welpen zu produzieren, verfügen oft über mehr oder weniger weitläufige Zwingeranlagen. Während ein seriöser Züchter einen oder vielleicht auch einmal zwei Würfe im Jahr aufzieht, haben Händler in der Regel ständig Welpen und Junghunde abzugeben.

Es gibt nur sehr wenige Verbesserer unter den Züchtern, die das Wohl der Rasse in den Vordergrund stellen, um ihren Tieren und sich selbst ein bleibendes Ansehen zu erhalten.

Andere Züchter entscheiden sich eher für Quantität als für Qualität, in der Annahme, mit möglichst vielen Würfen eine größere Chance zu haben, einen Sieger zu züchten, produzieren sie gleich mehrere Würfe gleichzeitig im Jahr. Dies sind Züchter von Ausstellungssiegern, jedoch müssen ihre Tiere auf manche individuelle Behandlung verzichten, währen der Zuchtverbesserer seine wenigen Tiere mit viel persönlichem Einsatz umsorgt, wird sich hier die Zuwendung zwangsläufig auf ein Minimum beschränken.

Eine gute Zuchthündin, die nicht als Gebärmaschine missbraucht wird, hat in der Regel nicht mehr als 3 bis in Ausnahmefällen 4 Würfe in ihrem Leben.

Alle Hunde eines Züchters, unabhängig vom Alter benötigen ihre tägliche individuelle Zuwendung, ihr Training oder ihre Aufgaben. Das ganze Familienleben eines Züchters wird sich zwangsläufig auf die Bedürfnisse seiner Hunde einstellen. Es gehört eine Menge Idealismus und Verantwortungsbewusstsein dazu, ein guter Züchter zu sein.

Züchter ist nicht gleich Züchter. Man sollte grundsätzlich darauf achten, wie die Elterntiere gehalten werden, und wie die Welpen aufwachsen. Wachsen sie in der Familie im Haus auf ist es gut, muss der Züchter sie erst aus dem Zwinger bzw. Stall holen ist es nicht gut. Solche Welpen haben mit Sicherheit nicht die menschliche Prägung die für Sie als zukünftigen Besitzer wünschenswert ist.

Da der Trend im Showring oftmals auf Hunde geht, die starke Knochen und viel Fell haben, bleibt die typische Beweglichkeit und Ausdauer, wie auch die genetische Gesundheit größtenteils auf der Strecke. Da mittlerweile bei reinen Showhunden vermehrt gesundheitliche Probleme (wie HD, ED, OCD, PRA,...) auftreten, werden Show- und Workinglinien wieder häufiger verpaart.

Die Kunst des Züchtens besteht in der Auswahl der richtigen Partner, die zueinander passen und daher überdurchschnittliche Nachkommen hervorbringen.

Bei der Zucht von Ausstellungshunden kommt es öfter einmal vor, dass perfekte Pflegemaßnahmen oder die professionelle Vorstellung im Ausstellungsring oder einfach die Laune des Richters auch ein schlechtes Exemplar zum Sieger werden lassen, währen ein überdurchschnittlich gutes, für die Zucht wertvolles Tier, der ewige Zweite bleibt.

Prüfungen, die das Wesen und die Gebrauchstüchtigkeit des Hundes beurteilen, sind hier wesentlich aufschlussreicher. Ein Leistungstest wird kaum durch irgendwelche Manipulationen zu beeinflussen sein.

Im Ausstellungsring werden unwesentliche Mängel, die weder die Gesundheit, noch die Gebrauchstüchtigkeit beeinflussen, gelegentlich überbewertet, während es Sieger gibt, deren (z.B. genetische oder charakterliche) Fehler auf den ersten Blick nicht erkennbar, aber doch so gravierend sind, dass letztendlich die ganze Rasse betroffen ist, weil diese Sieger besonders häufig in der Zucht eingesetzt werden.

Ziel eines guten Züchters ist es, physisch und psychisch gesunde Hunde zu züchten, welche die Erwartungen, die in sie gesetzt werden erfüllen können. Wenn sie darüber hinaus auch noch schön sind und ihren Eltern in ihren positiven Eigenschaften gleichen oder sie sogar übertreffen, weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist.

 

Zusammenfassend, darauf sollten sie beim Kauf eines (Aussie)Welpen achten:

  • Die Elterntiere müssen eine gültige Augenuntersuchung (nicht älter als 12 Monate) von einem anerkannten Ophtalmologen (Augenspezialist) vorweisen
  • Die Elterntiere müssen eine (FCI/OFA) anerkannte HD Auswertung haben (zulässige HD-Auswertungen sind: A1, A2, B1, B2 oder bei amerikanischen Elterntieren EXCELLENT und GOOD)
  • Die Elterntiere sollten ein vollständiges Scherengebiss haben
  • Beim Rüden darf weder Monorchismus noch Kryptorchismus vorkommen 
  • Bei Rüden soll das Mindestalter von 18 Monaten beim ersten Deckeinsatz nicht unterschritten werden
  • Bei Hündinnen soll das Mindestalter von 24 Monaten vor der ersten Bedeckung nicht unterschritten werden
  • Der Züchter soll nach einem Wurf mindestens! eine Läufigkeit bis zur nächsten Bedeckung der Hündin auslassen
  • Ein Deckrüde sollte nicht viel älter als 10 Jahre sein, je nach seiner körperlichen Verfassung
  • Eine Zuchthündin sollte nicht älter als 8 Jahre sein (bei guter Konstitution der Hündin und geringer Anzahl von Würfen sind Ausnahmen möglich)
  • Es dürfen keine NBT X NBT (NBT = Natural Bobtail) und Merle X Merle Verpaarungen gemacht werden
  • Welpen dürfen nicht unter einem Alter von 8 Wochen abgegeben werden. Dem Käufer muss die „Registration Application“ vom ASCA für seinen Welpen ausgehändigt werden.
  • Der Welpe sollte geimpft und regelmäßig entwurmt worden sein. Er sollte mit Tätowierung oder Mikrochip gekennzeichnet sein
  • Es sollte ein CEA-Augenuntersuchungsergebnis für den Welpen vorliegen (durchgeführt in einem Alter von ca. 5 -7 Wochen; vor bzw. nach diesem Zeitraum sind die Symptome einer Augenerkrankung noch nicht bzw. nicht mehr zu diagnostizieren)

Abschließend:

Als Hundehalter haben Sie die gesetzliche Verpflichtung, Ihren Hund unter Kontrolle zu halten (Training unter fachmännischer Anleitung ist hilfreich, unerzogene Hunde fallen unangenehmer auf als verzogene Kinder), ihn nicht zum Ärgernis für andere werden zu lassen und ihn nicht zu misshandeln.

Für den Hundehalter sind viele Dinge im täglichen Umgang mit dem Hund vollkommen natürlich (wie lautes Bellen, Hände lecken, anspringen und schnüffeln), die für andere Menschen oft peinlich oder unangenehm sind. Nehmen Sie Rücksicht auf andere Menschen und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund niemanden belästigt.

Bedenken Sie, das Verhalten Ihres Hundes spiegelt Ihren Charakter und Ihre Fähigkeit sich richtig um den Hund zu kümmern und ihn zu erziehen wieder.

Lassen Sie Ihren Hund niemals unbeaufsichtigt auf Straßen oder in Wald und Feld streunen. Denken Sie an die Gefahren für Ihren Hund, aber auch für Autofahrer und andere!

Erlauben Sie niemals dem Hund auf Gehwegen, in Parks oder auf öffentlichen Plätzen sein Geschäft zu erledigen. Sollte doch einmal ein Missgeschick passieren entfernen Sie die Verunreinigung unverzüglich. Ein verantwortungsvoller Hundehalter hat für diesen Zweck immer ein Tütchen dabei!

Rüden, aber auch manche Hündinnen, haben die Angewohnheit an jeder Ecke ihre „Visitenkarte" zu hinterlassen. Diese Stinkecken sind für Bewohner und Passanten sehr unangenehm. Ein Hund muss nicht jeden Laternenpfahl und jede Hausecke markieren.

Halten Sie Ihren Hund in der Stadt und in der Öffentlichkeit stets an der Leine.

Schützen Sie Ihren Hund, besonders im Welpenalter, vor unangenehmen Erlebnissen, die sein Verhalten auf Lebenszeit negativ prägen könnten.

Viele Menschen setzen voraus, dass Hunde sich untereinander immer verstehen. Es gibt jedoch, wie bei Menschen, solche und solche. Nicht jeder mag es, wenn ein vollkommen Fremder auf einem zu stürmt und ihn „umarmt" und „abküsst". Von Hunden wird aber genau diese Toleranz ständig erwartet. Es grenzt an ein Wunder (und spricht für das soziale Wesen der Hunde), dass es so oft gut geht. Halten sie darum Ihren Hund von taktlosen Vierbeinen und auch Zweibeinern fern und sorgen dafür, dass er keine schlechten Erfahrungen macht und selber einer wird.

Verlassen Sie sich auch nicht auf das Märchen vom Welpenschutz. Dies führt oft dazu, dass freundliche Welpen zu Angstbeißern werden. Erwachsene Hunde besitzen sicherlich eine gewisse Beißhemmung gegenüber jungen Tieren des eigenen Rudels. Das natürlichste Verhalten einer selbstbewussten Hündin wäre aber jedoch, einen fremden Welpen abzuwehren. Es gibt durchaus freundliche Hunde die gern Tante oder Onkel spielen, aber man kann dies nicht generell von jedem Hund erwarten!

Auch Ihr Hund könnte immer mal einen Schaden anrichten oder Unfälle verursachen, schließen Sie daher unbedingt eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ab, die eventuell entstandene Kosten abdeckt.

Hunde sind keine Ware, bevor Sie sich endgültig entscheiden einen Aussie zu sich zu holen, bedenken Sie nochmals, dass ein Hund viel Zuwendung, Pflege, Platz und viel Zeit in Anspruch nimmt; und auch Kosten für Futter, Steuer, Versicherung, Urlaubsbetreuung und Tierarzt über viele Jahre verursacht. Wenn Sie nun bereit sind, diese Verantwortung zu übernehmen, können Sie mit einem seriösen Züchter/in Ihrer Wahl einen Kaufvertrag abschließen.

Aber Vorsicht!!! Aussies sind wie eine Sucht. Es bleibt oft nicht bei einem, denn es sind wundervolle Hunde.

Wir wünschen Ihnen nun nur noch viel Spaß und Freude mit Ihren 4-Beinigen Gefährten.

zurück zum Seitenanfang